Wednesday Night in Kramerstrasse

Wednesday Night in Kramerstrasse

Die australische Sängerin Coby Grant war hier zum Bürokonzert. 40 hatten sich angemeldet, 40 waren gekommen. Da reichten die Stühle nicht und einige der Gäste mussten stehen, was dem Spaß aber nicht abträglich war.

Als Claudia Schuh von Zapato 42 vor drei Wochen anfragte, ob wir uns ein Bürokonzert in den Räumlichkeiten von Eins A vorstellen könnten, da waren wir ja erst skeptisch. Aber dann meinte Jens Voshage „lass uns das doch einfach mal machen“. Und so wurden Stühle organisiert (und geschleppt), Wein, Wasser und Erdnüsse besorgt und Punkt 17 Uhr klingelten die ersten Gäste. Derweil übte Coby in einem Büro im Obergeschoss noch. Die Gästeschar war bunt gemischt: Kunden, Kunden, die wir gerne hätten, Kollegen, Partner; Freunde, und auch einige, die wir nicht kannten, die einfach von der Strasse hochgekommen waren. Gegen 18 Uhr war das Büro voll, die Temperaturen kletterten, der Ventilator wurde eine Stufe hochgestellt. Coby spielte akustisch, nur bei einigen Stücken griff sie auf einen kleinen Verstärker zurück. Sie begann mit einigen Stücken von ihrer neuen EP, um dann ein paar Coverversionen zu spielen. Bei „I’m on Fire“ von Bruce Springsteen gab es schon mal Gänsehaut.

Nach der Pause spielte sie ihre Lieblings (Liebes) Lieder. Da die jüngste Besucherin 12 Jahre alt war, erklärte sie vorher auf Deutsch den Inhalt der Lieder: „Ich war 15 und saß mit meinem Freund auf der Couch…“ Bei ihrem Hit „I wanna be the one“ klatschte und pfiff das Publikum den Refrain. Inzwischen standen auch die Nachbarn gegenüber an den offenen Fenstern und lauschten. Bei der Zugabe der nachdenklichen Ballade „Brothers“ von ihrer neuen EP, war andächtiges Schweigen, das in brausenden Applaus überging.

Es war ein lauer Sommerabend im Frühherbst: Einige Gäste zogen noch zum Abendessen in die gegenüberliegende Schateke oder auf zwei Weizen in Jerrys Bar. Fazit: Das Format Bürokonzert funktioniert, einige Kollegen haben schon Interesse für eine Fortsetzung in ihren Büros angemeldet.
Einer brachte es im Gästebuch auf den Punkt: „Ich sach‘ ma‘: 1A!“

Thorsten Windus-Dörr