

Early Bird
Agenturrundbrief Eins A Kommunikation GmbH
Nr.841 /3.KW/ 19./20. August 2026
Editorial
Wir haben Urlaub in den Niederlanden gemacht. Die Menschen dort sind entspannt, freundlich und zuvorkommend. Auch das Autofahren ist entspannt, es herrscht meistens eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf Autobahnen und Schnellstraßen. Kaum hatten wir auf dem Rückweg die Grenze zu Deutschland überfahren fuhr einer so dicht auf und blinkte, obwohl er doch sehen musste, dass ich nicht nach rechts ausweichen konnte. Ein anderer scherte nach dem Überholen so dicht ein, dass ich in die Eisen gehen musste. Und ein dritter fuhr frech an einer Autoschlange vorbei um sich weiter vorn einzuordnen. Zurück im aggressiven Deutschland.
Bis neulich
Thorsten Windus-Dörr
Neues aus der (Medien)Welt: Digital- Media- und Kommunikationsgezwitscher
Geschichten weitererzählt: Waldbrände und die Brandstifter
Im letzten early bird stellten wir die Frage, warum niemand nach den Brandstiftern und ihren Motiven fragt. Jetzt wandelt sich die Kommunikation, Politiker und Wissenschaftler geben zu, dass es sich meistens um Brandstiftung handelt. Aber warum tut man das? Aus Dummheit? Steckt eine geheime Macht dahinter? Wir beobachten weiter.
Desinformation ist eine reale (Lebens)Gefahr
Ende Juli brachen Zehntausende aus Marokko in Richtung der spanischen Exklave auf. Die sogenannten Sozialen Netzwerke spielten dabei eine Schlüsselrolle. Dort verbreiteten sich Videos von Menschen, die es nach Ceuta geschafft hatten. Dazu kursierten Aussagen wie: „Sie werden euch helfen. Sie werden euch nicht zurückschicken.“ Oder die Falschmeldung, Spanien werde die Grenze öffnen.
Menschen machten sich auf den Weg, mehr als 140 Menschen verloren dabei ihr Leben, die Dunkelziffer ist hoch. Für den 15. August wurde erneut dazu ermutigt, die Grenze zu überqueren. Desinformation ist keine abstrakte Gefahr mehr. Sie bringt Menschen dazu, ihr Leben zu riskieren. (wth)
Keiner kennt Wero
Zwei Jahre nach dem Wero-Start ist die europäische Paypal-Alternative zum Bezahlen den meisten Deutschen kein Begriff. Nur knapp vier von zehn Erwachsenen (39 Prozent) konnten in einer repräsentativen Umfrage für das Vergleichsportal Verivox im Juli korrekt zuordnen, dass es sich bei Wero um einen Zahlungsdienst handelt.
Mehr:
Geschichten weitererzählt: Frankreich muss bei Altersgrenze für Social Media zurückrudern
Frankreich muss seine Pläne für eine feste Altersgrenze bei sozialen Netzwerken überarbeiten. Der Conseil constitutionnel beanstandete kürzlich zentrale Teile eines im Juli beschlossenen Gesetzes, das Minderjährigen unter 15 Jahren den Zugang zu bestimmten Plattformen verwehren sollte. Neue Konten sollten bereits ab dem kommenden Schuljahr verhindert und bestehende Accounts anschließend geschlossen werden. Mehr:
Katapult und Correctiv machen künftig gemeinsame Sache bei Geopolitik-Magazin „Pultu“
Viermal jährlich wollen Correctiv und Katapult komplexe Konflikte mit Recherchen, Analysen, Karten und Grafiken verständlich erklären. Die Kooperation verbinde die Recherchekompetenz von Correctiv mit der kartografischen Expertise von Katapult, heißt es.
Zahlen bitte! Über Brücken
Über Brücken wird zu wenig gesprochen. In Berlin gibt es etwa 900 Brücken. 2025 hieß es, 120 davon seien dringend sanierungsbedürftig, mittlerweile sind es 175.
Die Lübecker Innenstadt ist für Fahrzeuge nur noch schwer zu erreichen, seit eine wichtige Brücke nicht mehr befahrbar ist. Dem Einzelhandel dort scheint das gerade den Rest zu geben. In Bonn wurde die Nordbrücke stadtauswärts wegen Einsturzgefahr gesperrt. Die S-Bahn zum Flughafen fällt deshalb aus. Und dann gibt es noch die 8000 sanierungsbedürftigen Autobahnbrücken.
Aus der Arbeitswelt
Muss das Gehalt in die Stellenanzeige
Die Antwort lautet klar Nein. Auch wenn es viel zu oft anders behauptet wird: Es gibt nach Artikel 5 der EU-Entgelttransparenzrichtlinie keine generelle Pflicht, das Gehalt (oder eine Gehaltsspanne) direkt in die Stellenanzeige zu packen. Die Frage ist aber: Wäre es nicht doch sinnvoll?
Nichts frisst mehr Zeit als Bewerbungsrunden, die eigentlich schon bei der Gehaltsvorstellung scheitern müssten. Mehrere Studien sagen: Das Gehalt ist immer noch der wichtigste Faktor, wenn Menschen über einen Jobwechsel nachdenken. Und es ist auch ein Grund, sich eher zu bewerben, wenn es in der Stellenanzeige niedergeschrieben ist. Die Absprung- oder Ghostingraten und damit die Time-to-Hire sinken dadurch deutlich.
Zum Vertiefen des Themas:
Clevere Menschen schalten in Videokonferenzen ihr eigenes Bild aus
Eine experimentelle Studie hat gezeigt, dass bereits das Ausblenden des eigenen Videobildes sowohl Ermüdung als auch zusätzliche kognitive Belastung reduzieren könne. Für diese einfache Maßnahme gibt es inzwischen experimentelle Hinweise auf geringere Ermüdung und geringere kognitive Belastung.
(hg; Quellen: eigene Recherche, Linkedin)
Auch interessant
Kommentare
Und:
Zahlen bitte! Zum Schlaf
Deutsche schlafen zu wenig: Knapp 40 Prozent bekommen unter der Woche weniger als sieben Stunden Schlaf, ergab eine Studie des Robert-Koch-Instituts. Das sei zu wenig, es drohen gesundheitliche Risiken.
Termine… alle hin!
NUR NOCH VIER WOCHEN! FAST AUSVERKAUFT! Kommunikationskongress 2026
Der Kommunikationskongress 2026 am 17. und 18. September in Berlin rückt auch in diesem Jahr das Thema Politik in den Mittelpunkt. Die Reformfähigkeit der Bundesregierung, die Landtagswahlen im Osten und die Frage nach der Verzahnung von Public Affairs und Kommunikation in der Lobbyarbeit stehen im Fokus.
Mehr:
100 Jahre Bauhaus Dessau „An die Substanz“
Seit September 2025 bis ins Jahr 2026 feiert die Stiftung Bauhaus Dessau dieses Jubiläum mit einem spektakulären Programm. Besonders neugierig machen dabei facettenreiche Ausstellungen, Feste, Konzerte und Performances. Unter der Überschrift „An die Substanz“ stehen Materialien der Moderne und Gegenwart in einem überraschenden Fokus. Mehr dazu:
Kant Museum, Lüneburg
Mit dem Kant-Museum erhält das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg einen eigenen Ausstellungsbereich für einen der bedeutendsten Philosophen der Aufklärung: Immanuel Kant. Die Dauerausstellung befindet sich in einem modernen Erweiterungsbau und präsentiert einzigartige Exponate aus einer der größten Kant-Sammlungen weltweit. Mehr dazu:
NUR NOCH VIER WOCHEN! 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland
24. Februar bis 20. September 2026, Städtisches Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall.
Ziel des Projekts ist es, die Verdienste des Zentralrats für die jüdische Gemeinschaft zu würdigen und zugleich seine Bedeutung für die demokratische Entwicklung der bundesrepublikanischen Gesellschaft herauszustellen.
Zur Braunschweig-Webseite:
MEIN LIEBER SCHWAN! DIE SAMMLUNG ab 17.5.26
Seit Mai 2026 zeigt das Sprengel Museum Hannover seine Sammlung in einer umfassend neu konzipierten Präsentation. Unter dem Titel „Mein lieber Schwan!“ entfalten sich auf rund 3.000 Quadratmetern und in 20 neu gestalteten Räumen überraschende Begegnungen zwischen mehr als 170 künstlerischen Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Mehr:
Prima Klima
Hitze: Letztes Sommer-Skigebiet schließt
Nun hat es auch den Stelvio-Gletscher in den Alpen erwischt. Das Sommer-Skigebiet dort schließt.
Sonst ist das riesige Gelände von Mai bis November geöffnet. Am Stilfser Joch stehen zwischen dem 2758 Meter hohen Pass und dem 3450 Meter hohen Monte Cristallo normalerweise mehr als 20 Pistenkilometer zur Verfügung. Dort bereiten sich jedes Jahr auch Weltklasse-Athleten im Alpinski auf die kommende Wintersaison vor.
Kohle und Kernenergie in Europa unter Druck. Windenergie als Fundament einer resilienten Energieversorgung
Der Windenergie- und Wasserstoffverband WAB betrachtet die anhaltenden Niedrigwasserstände auf Deutschlands Flüssen als deutliches Warnsignal. Sie beeinträchtigen die Schifffahrt, belasten Lieferketten der Industrie und erschweren die Kühlung konventioneller Kraftwerke. Sowohl Kohle- als auch Kernkraftwerke sind auf ausreichend Kühlwasser angewiesen. Fehlt dieses oder erwärmt es sich zu stark, müssen die Kraftwerke ihre Leistung drosseln oder vom Netz genommen werden. Damit können die Folgen des Klimawandels zunehmend auch in der und bei der Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts sichtbar werden. Mehr:
Zahlen bitte! Zu erneuerbarer Energie
Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 58 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt – und damit so viel wie noch nie in einem ersten Halbjahr. Das geht aus Hochrechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor. Die Quote liegt fast drei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Im gesamten Jahr 2025 hatte der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch 55,8 Prozent betragen. „Der Anstieg gegenüber dem windschwachen Vorjahreshalbjahr ist insbesondere auf die höhere Stromerzeugung aus Windenergie an Land (+7,0 Prozent) und auf See (+28,3 Prozent) zurückzuführen“, hieß es. Die Stromerzeugung aus Sonnenlicht stieg um 3,7 Prozent
Gossip oder: Kaum zu glauben, aber (leider) wahr
Einige Leser fragten uns, warum wir in letzter Zeit in dieser Rubrik nichts mehr bringen.
Was uns irritiert ist, dass derzeit sehr viele Fake News unterwegs sind und sogar seriöse Medien wie die Frankfurter Rundschau sich an Gerüchten beteiligen, ob Trump eine Windel trage, warum es in seiner Nähe nach Urin rieche oder ob er Koordinationsschwierigkeiten habe, weil er nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug nicht sein Jacket zuknöpfen konnte.
Wir beobachten das , beteiligen uns nicht dran und warten ab. (wth)
Das Letzte
„Der gefährlichste Gegner der Deutschen ist die Sehnsucht nach immerwährender Vergangenheit."
Gabor Steingart
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Redaktion:
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