

Early Bird
Agenturrundbrief Eins A Kommunikation GmbH
Nr.839 /29.KW/ 15./16. Juli 2026
Editorial
Vierzehn Tage Urlaub in der Normandie haben mir wieder gezeigt, wie entspannter die Franzosen doch im Vergleich zu uns sind. Liegt das am Wetter, am besseren Essen, am Wein, oder am Tempolimit? Wir wissen es nicht. Zurück in Deutschland muss ich wieder lesen, dass unser Kanzler wieder mal alle Arbeitnehmer unter Generalverdacht stellt, ein Volk von Blaumachern zu sein und von Reformen spricht, die eigentlich nur Sparmaßnahmen sind. Ja, es gibt diese Blaumacher, aber als Arbeitgeber kann man selbst etwas dagegen tun, es ist nur Mut nötig. Ich habe selber mal eine Mitarbeiterin dazu verpflichtet, schon am ersten Tag eine Krankschreibung zu bringen; ich hatte Gründe dafür.
Nach drei Wochen haben sich einige Zahlen angesammelt, in Ungarn geht es mit der Pressebefreiung voran, AOK fährt eine interessante neue Kampagne, was hat die Pleite unserer Nationalmannschaft mit Kommunikation zu tun?
Und was ich beim Onlinekauf einer Salatschleuder erlebt habe.
Bis neulich
Thorsten Windus-Dörr
Neues aus der (Medien)Welt: Digital- Media- und Kommunikationsgezwitscher
Taz zählt 50.000 freiwillige Unterstützer
Kampagne gegen Geschlechtskrankheiten
Die Fallzahlen für sexuell übertragbare Krankheiten steigen seit Jahren an. Die AOK hält mit einer neuen Kampagne dagegen. Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Humor. Der Spot im Zentrum der Kampagne zeigt verschiedene Situationen, in denen sich Menschen absurd unvernünftig verhalten: Eine Frau will mit bloßen Händen eine Auflaufform aus dem Ofen holen, jemand anders steckt sich ungerührt ein ausgespucktes Kaugummi vom Bürgersteig in den Mund. Dann folgt die Auflösung: "Du würdest niemals so unvernünftig sein. Warum dann im Bett?" Mehr dazu in Horizont:
Ungarn: Ende des Staatsfunks?
Ungarns Regierungschef Péter Magyar hat den Sendebetrieb der eingestellt. »Ein historischer Tag. Heute ist das Ende der Propagandasendungen auf öffentlich-rechtlichen Medienplattformen«, erklärte er auf Facebook.
Beim Sender M1 wurde ein schwarzer Bildschirm mit einer Entschuldigung gezeigt. »Die öffentlich-rechtlichen Medien dürfen nicht lügen. Es tut uns leid, dass wir es so lange getan haben.« Ausführlich im Spiegel:
Geschichten weitererzählt: Was war, als wir nicht Weltmeister wurden?
„Die große Frage aber ist, was es politisch zu bedeuten hätte, wenn wir wirklich Weltmeister würden. 1954 war Wirtschaftswunder, 1974 war Aufbruchstimmung, 1990 war Wiedervereinigung, 2014 war der letzte Drink vorm Rausschmiss.
Harald Martenstein
Und 2026?
„Die Nacht der Schande“. Bild.
Das (hoffentlich) letzte Wort zu Nagelsmanns Kommunikation
Über Nagelsmanns fragwürdige Kommunikation nach dem WM-Aus wurde schon viel geschrieben. Hinzuzufügen ist nicht mehr viel. Auch dieser Text hat keine völlig neue Perspektive. Aber Joris Duffner schreibt, das was mit der Nationalmannschaft passiert ist, sagt einerseits viel über den deutschen Fußball aus, andererseits auch einiges über völlig misslungene Kommunikationsansätze. Seit Jahren. Unabhängig von Nagelsmann. Hängt am Ende beides zusammen? Zum PR-Journal:
Zahlen bitte! Zu den Spritpreisen
Die Monopolkommission moniert, dass die Mineralölfirmendie Steuererleichterung nicht komplett weitergereicht haben. Das Ifo geht bei Diesel davon aus, dass von den 16,7 Cent Steuerrabatt lediglich 12 Cent Preisreduktion ankamen. Den Bund kostete der Tankrabatt 1,6 Milliarden Euro, so eine Schätzung des Finanzministeriums.
Aus der Arbeitswelt
Zahlen bitte! Zur Geburtenrate
Die Geburtenrate ist laut Statistischem Bundesamt auf den tiefsten Wert seit fast 30 Jahren gefallen. Anstatt sich entsetzt über die zukünftig fehlenden Rentenbeitragszahler zu zeigen, sollte die Politik ins Machen kommen. Aber derweil denken die nur an fehlende Rentenzahler.
Zahlen bitte! Zu Arbeitsplätzen
Deutschlands Industrie verliert immer mehr Arbeitsplätze. Im verarbeitenden Gewerbe gehen aktuell jeden Monat rund 15.000 Jobs verloren, über die zurückliegenden zwölf Monate waren es 174.000, wie die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, berichtete. So blieb auch im Juni die Frühjahrsbelebung am deutschen Arbeitsmarkt schwach: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni im Vergleich zum Mai nur um 15.000 auf 2,936 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote sank im gleichen Zeitraum um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent. Im Vergleich zum Juni 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 22.000.
Termine… alle hin!
NEU! Kommunikationskongress 2026
Der Kommunikationskongress 2026 am 17. und 18. September in Berlin rückt auch in diesem Jahr das Thema Politik in den Mittelpunkt. Die Reformfähigkeit der Bundesregierung, die Landtagswahlen im Osten und die Frage nach der Verzahnung von Public Affairs und Kommunikation in der Lobbyarbeit stehen im Fokus.
Mehr:
100 Jahre Bauhaus Dessau „An die Substanz“
Seit September 2025 bis ins Jahr 2026 feiert die Stiftung Bauhaus Dessau dieses Jubiläum mit einem spektakulären Programm. Besonders neugierig machen dabei facettenreiche Ausstellungen, Feste, Konzerte und Performances. Unter der Überschrift „An die Substanz“ stehen Materialien der Moderne und Gegenwart in einem überraschenden Fokus. Mehr dazu:
Kant Museum, Lüneburg
Mit dem Kant-Museum erhält das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg einen eigenen Ausstellungsbereich für einen der bedeutendsten Philosophen der Aufklärung: Immanuel Kant. Die Dauerausstellung befindet sich in einem modernen Erweiterungsbau und präsentiert einzigartige Exponate aus einer der größten Kant-Sammlungen weltweit. Mehr dazu:
75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland
24. Februar bis 20. September 2026, Städtisches Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall.
Ziel des Projekts ist es, die Verdienste des Zentralrats für die jüdische Gemeinschaft zu würdigen und zugleich seine Bedeutung für die demokratische Entwicklung der bundesrepublikanischen Gesellschaft herauszustellen.
Zur Braunschweig-Webseite:
MEIN LIEBER SCHWAN! DIE SAMMLUNG ab 17.5.26
Ab dem 17. Mai 2026 zeigt das Sprengel Museum Hannover seine Sammlung in einer umfassend neu konzipierten Präsentation. Unter dem Titel „Mein lieber Schwan!“ entfalten sich auf rund 3.000 Quadratmetern und in 20 neu gestalteten Räumen überraschende Begegnungen zwischen mehr als 170 künstlerischen Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Mehr:
Prima Klima
Zahlen bitte! Zu Hitzetoten
Nach neuesten Schätzungen geht das RKI nach der Hitzewelle nun von 4.000 Hitzetoten aus. Vom 22. Bis 28. Juni seien 22.000 Menschen gestorben, statistisch erwartbar waren nur 17.500. Vergleich: Im gesamten sehr warmen Jahr 2018 gab es etwa 8.000 Hitzetote.
Zahlen bitte! Zu erneuerbarer Energie
Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 58 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt – und damit so viel wie noch nie in einem ersten Halbjahr. Das geht aus Hochrechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor. Die Quote liegt fast drei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Im gesamten Jahr 2025 hatte der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch 55,8 Prozent betragen. „Der Anstieg gegenüber dem windschwachen Vorjahreshalbjahr ist insbesondere auf die höhere Stromerzeugung aus Windenergie an Land (+7,0 Prozent) und auf See (+28,3 Prozent) zurückzuführen“, hieß es. Die Stromerzeugung aus Sonnenlicht stieg um 3,7 Prozent
Gossip oder: Kaum zu glauben, aber (leider) wahr
+++ Sollte Marine Le Pen bei der nächsten Wahl in Frankreich Erfolg haben, dann gäbe es wohl zum ersten Mal in der Geschichte eine Präsidentin mit Fußfessel. Hätte was. +++ Trump bewirbt sich um den Friedensnobelpreis (wer sagt ihm, dass darüber ein unabhängiges Gremium entscheidet in dem Infantino übrigens nicht sitzt?). Er behauptet, er hätte den Preis mehr verdient als alle Preisträger vorher. Und Fritze Merz sagt, diese Regierung sei die beste, die Deutschland je hatte.
Rauchen die beiden das gleiche Kraut? +++ Bundeskanzler Friedrich Merz und andere Regierungschefs haben auf dem Nato-Gipfel vom türkischen Gastgeber Recep Tayyip Erdo?an einen scharfen Revolver mit Namnsgravur samt einer Schachtel Munition geschenkt bekommen. Das ist doch nett, oder? +++ Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen, die regelmäßig ein Nickerchen machen, ein 15 cm3 größeres Gehirn haben. Weil es langsamer schrumpft. +++ In eigener Sache: Leute!!! Ich will aus dem Kauf einer Salatschleuder kein „Einkaufserlebnis“ machen. Ich will das bestellen, bezahlen und geliefert bekommen. Schluss. Ich will hinterher weder das Produkt bewerten noch angeben, wie ich mit dem Lieferanten zufrieden war. Ich will auch keinen Newsletter bestellen und möchte auch nicht per Mail über neue Produkte informiert werden. Ich will von ihm so lange nichts mehr hören, bis ich selber wieder etwas bei ihm bestelle.
Lasst mich IN RUHE! (wth) +++
Das Letzte
"Was passiert, wenn wir die Zeitung aufschlagen, den Fernseher anstellen? Ist das die Realität?
Die Wirklichkeit?
Niemand würde das behaupten. Erstaunlicherweise glauben es trotzdem alle.
Wir begeben uns in einen von Menschen konstruierten Sinnkontext. Man präsentiert uns eine Realitätsmatrix, die von Menschen produziert wird, die viel Kaffee trinken und meistens zu viel sitzen..."
Matthias Horx
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Redaktion:
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