Auf Spurensuche der Zahl 666

Zur Feier der Ausgabe des 666. Early Birds, unseres Agenturnewsletters, begeben wir uns auf Spurensuche und forschen nach, was es mit der legendären Zahlenfolge 666 denn nun eigentlich so genau auf sich hat. Dabei stoßen wir auf die These, dass sich hinter der Zahl eine Person verbirgt – eine Idee, die oft auf abstruse Weise rezipiert wurde – oder auch die gewagte Vermutung, man könne mit der 666 das Internet decodieren.

Zum Ursprung der Zahl

Tatsächlich hat die in manchen Kreisen so gefürchtete Zahl einen biblischen Ursprung: In der Offenbarung des Johannes (13, 18 ­­ELB) findet sich nämlich folgender Satz:

„Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist sechshundertsechsundzechzig.“

Leider fehlen alle anderen Angaben zu dieser Person oder weitere Hinweise. Was (oder wer) ist denn aber nun mit dieser „Zahl des Tieres“ gemeint?

Unter anderem wird in den Deutungen der Zahl darauf hingewiesen, dass der sechste Tag in der Bibel der Tag ist, an dem der Mensch geschaffen wurde – dreifach potenziert ist dies also die Zahl eines Menschen, hinter der sich ein „böser“ Mensch verberge, der gottgleich sein möchte. Vielleicht also der Antichrist?

Das wirft nur noch mehr Fragen auf, denn wer genau ist denn nun der Antichrist? Dazu gab es verschiedene Interpretationen, manchmal wurde der Antichrist mit dem Teufel gleichgesetzt, aber auch (tyrannische) römische Kaiser wie zum Beispiel Kaiser Nero wurden in Betracht gezogen.

Jüngst propagierten Informatiker der Universität Wien, sie hätten des Rätsels Lösung gefunden: Die Dechriffrierung der Zahlen hätte eindeutig zu dem Namen Kaiser Hadrians geführt, der damals dafür bekannt war, Christen, die den heidnischen Göttern nicht opfern wollten, mit dem Tod zu bestrafen.

Wer wissen will, wie genau die Forscher bei der Entschlüsselung argumentieren, kann hier nachlesen.

Rezeption: von Iron Maiden bis Dan Brown

Tatsächlich hat sich die schaurige und mystische Zahl eine ganze Reihe von Künstlern in der Neuzeit zunutze gemacht, welche auf die Zahl 666 zurückgreifen: Als eine der bekanntesten Adaptionen der Zahl 666 gilt das Album der britischen Heavy-Metal Band Iron Maiden mit dem Album „The Number of the Beast“, mittlerweile tragen viele Metal Bands die Zahl auf ihren Shirts. In die darstellenden und modernen Künste wurde die Zahl vom Künstler Keith Haring in den 80er-Jahren gebracht, der die 666 als Kennzeichnung eines Wesens verarbeitete, welches in einer Hand ein Dollarzeichen und in der anderen eine Rakete hält. Auch in Dan Browns Roman „Sakrileg“ fällt die Zahl 666, da die Glaspyramide vor dem Louvre, , die von François Mitterand in Auftrag gegeben wurde, angeblich aus genau 666 Scheiben bestünde.

Entschlüsselung des Internets?

Natürlich muss man dem ganzen mystischen Gefasel nicht weit schauen und findet gleich einen ganzen Haufen von Verschwörungstheorien, die sich um die Zahl ranken: Unter anderem behaupten Verschwörungstheoretiker, dass sich die Zahl 666 auf allen Barcodes fände oder das Internet mit dem Code dechiffrierbar wäre.

Xavier Naidoo behauptete übrigens jüngst, die Bewegung Fridays for Future stünde mit dem Teufel im Bunde, deswegen weil die drei „F“ in der Abkürzung der Bewegung sich mit ihrer Stellung im Alphabet mit einer „6“ übersetzen lassen.

Klingt total logisch.

Und die abschließende Lösung?

Gibt es nicht. Das ist schlicht und ergreifend dem Umstand geschuldet, dass wir die Verfasser der Offenbarung leider einfach nicht mehr fragen können – schließlich entstand das Werk schätzungsweise etwa 100 n. Chr. Aber vielleicht macht auch einfach die Unlösbarkeit dieses Rätsels den Reiz beim Raten aus?

Übrigens – in China wird die Zahl „6“ abweichend zu unserem westlichen Verständnis mit Glück assoziiert, weshalb man gerade in Rufnummern oder auch auf Autokennzeichnen häufig drei Sechsen aneinandergereiht vorfindet.

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