Aktuelle Nachrichten und aktuelle Fragen und Antworten zu Covid-19 (Stand: 20. Januar 2022)

Bis zur Immunisierung der Bevölkerung durch Impfungen wird die Karte zur Ausbreitung des Coronavirus weiterhin viele rote Stellen aufweisen.

Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert. Wir fassen für Sie die wichtigsten Ereignisse rund um Covid-19 zusammen und bieten Ihnen kuratierte Links zur tieferen Information.

Aktuelle Entwicklungen

20. Januar 2022| +++ Neue Höchstwerte bei Neuinfektionen und Inzidenz: 133.536 Neuinfektionen. 234 Personen sind binnen 24 Stunden mit oder an dem Virus gestorben. Am Vortag waren es 112.323 Neuinfektionen und 239 Todesfälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz steigt zum siebten Mal in Folge auf einen Rekordwert und überschreitet erstmals die Marke von 600 – sie beträgt nun 638,8 nach 584,4 am Vortag. +++ Brasilien hat binnen 24 Stunden über 137.000 Impfdosen verimpft – ein Rekord. +++ 18. Januar 2022 | +++ Italien verzeichnet fast 230.000 Neuinfektionen an einem Tag, über 100.000 mehr als am Vortag. +++ In Spanien sinkt derweil die Zahl der Neuinfektionen wieder. Der erste Rückgang seit 2. November. +++ Frankreich hingegen hat mit über 450.000 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert seit Pandemiebeginn erreicht. +++ Auch Dänemark kämpft mit neuen Höchstwerten bei den Infektionszahlen: Erstmals waren es über 30.000. +++ Schottland lässt zum Beginn der nächsten Woche fast alle Corona-Maßnahmen auslaufen. +++ Derweil lockert Schweden die Test-Pflicht für Reisende, nun reicht der einfacher 3G-Nachweis. +++ Israel verteilt wegen der Überlastung der PCR-Teststationen 40 Millionen Schnelltests an finanziell schwächere Personengruppen. +++ China kündigt an, mit Blick auf die Olympischen Winterspiele alle Postsendungen in den Paketstationen zu desinfizieren. +++

Die aktuelle Ampelkarte für Europa: Die Grafik wird jeden Donnerstag aktualisiert. Je nach Infektionslage sind Gebiete grün, orange oder rot markiert.

Covid-19-Virus-Karte: Die aktuellen Infektionszahlen zeigt die Karte des Center for Systems Science and Engineering von der John Hopkins Universität.

FAQ, Fragen und Antworten

Wie halten es denn andere Länder mit der Impfpflicht?

In Frankreich müssen Personen in medizinischen Pflegeberufen, Feuerwehr, und Rettungskräfte bereits seit Herbst 20221 geimpft sein.
Großbritannien verlangt ab April 2022 von Mitarbeitern des Gesundheitssystems und der Sozialfürsorge, dass sie sich impfen lassen. Andernfalls verlieren sie ihren Job.
In Griechenland wurde im November eine Impfpflicht für Personen über 60 Jahren verordnet. Bei Verstößen soll ein monatliches Bußgeld von 100 Euro anfallen. Seitdem ist die Zahl der Impfungen in dieser Altersgruppe sprunghaft angestiegen.
Wegen der explodierenden Imfektionszahlen gilt in Italien eine generelle Impfpflicht für alle über 50-Jährige. Für Lehrer, Beschäftigte im Gesundheitsbereich und Sicherheitskräfte gilt schon länger eine Impfpflicht.
In Österreich soll ab Februar 2022 eine Impfpflicht für Menschen über 14 Jahren gelten.
Putin ist in Russland gegen eine allgemeine Impflicht. Einige Regionen haben aber Sonderregelungen.
Ecuador hat die umfassendste Impflicht. Sie gilt dort für alle ab 14 Jahren.
Indonesien hat bereits im Februar 2021 Impfpflicht für alle über 18 angeordnet. Bei Nichtbeachtung drohen Geldstrafen oder der Verlust von Sozielleistungen.

Wird Corona eigentlich irgendwann vorbei sein?

Darauf gibt es noch keine wissenschaftlich fundierte Antwort. Corona könnte sich so entwickeln wie die Grippe. Das heißt, dass wir in den Wintermonaten mit einer hohen Viruslast rechnen müssen. Oder Corona schlägt den Weg der Infektionskrankheit Masern ein, die in Deutschland nahezu ausgerottet gilt. Bis heute allerdings gilt für Masern eine Impfpflicht in Schulen und Kindergärten, sowie für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind.

Ist es vernünftig, in den Schulen am Präsenzunterricht festzuhalten?

Dazu der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne im Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung: „Wieso richtet sich der Blick schon wieder auf die Schulen? Sie waren vor einem Jahr nicht am Anstieg der Infektionen schuld und sind es auch jetzt nicht. Infektionen kommen aus dem privaten Bereich. Die Ursache liegt oft im Freizeitverhalten. (…) So lange Erwachsene Karneval feiern, die Fußballstadien voll sind und Erwachsene praktisch ohne Einschränkungen in die Kneipe gehen können, sollen wir Kindern keine Einschränkungen zumuten.“

Warum stecken sich denn jetzt so viele Geimpfte trotzdem an?

Die Impfungen schützen mit der Zeit nicht mehr so gut wie vor einer Infektion. Eine amerikanische Studie zeigt, dass Biontech nach fünf Monaten nur noch eine Effektivität von 50 Prozent hat. Die Impfungen schützen aber dennoch vor einem schweren Verlauf der Krankheit, so dass man nicht auf einer Intensivstation behandelt werden muss. Durch die dritte Impfung, die sogenannte Boosterimpfung, kann der Impfschutz allerdings erneuert werden.

Durch die Omikron-Variante kommt es zur Zeit häufiger zu Impfdurchbrüchen von ein- oder zweifach Geimpften, da diese Variante deutlich ansteckender ist. Eine vollständige Impfung mit zwei Dosen bietet keinen sicheren Schutz vor einer Ansteckung mit Omikron. Hier hilft laut Experten besonders die dritte Impfung. Allerdings sind auch zweifach-Geimpfte vor schweren Krankheitsverläufen geschützt.

Warum steigen denn aktuell die Infektionszahlen wieder so stark?

Es liegt an der Jahreszeit, Coronaviren und andere Atemwegserreger vermehren sich besonders in der kalten Jahreszeit. Außerdem verbreitet sich der Virus wieder mehr, weil die Menschen sich vermehrt in Innenräumen treffen. Außerdem kursiert die Omikronvariante, die deutlich ansteckender ist, als die bisherigen Corona-Varianten.

Was bedeutet der R-Wert?

Am 27. Oktober lag der Inzidenzwert bei 118, der R-Wert bei 1,1. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Durchschnitt 1,1 Personen ansteckt. So lange dieser Wert über 1 liegt, steigen die Infektionszahlen. Am 20. Januar 2022 lag der R-Wert bei 1,09.

Wie ist die Situation in den Krankenhäusern?

Trotz steigender Infektionszahlen bleibt die Lage auf den Intensivstationen konstant. Im Januar machen deutschlandweit die Covid-Patienten 11,4 Prozent der Intensivpatienten aus. In Niedersachsen kommen 2,64 Personen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche mit Corona ins Krankenhaus. Der Blick richtet sich jetzt zunehmend auf die Normalstationen.

Ein weiteres Problem ist infiziertes Krankenhauspersonal und der daraus folgende Personalmangel, wodurch teilweise Intensivbetten gesperrt werden müssen.

Was sind das für Patienten, die Impfdurchbrüche haben?

Das ist die Gruppe, die aktuell Auffrischungsimpfungen erhalten sollten: Ältere Menschen über 70 mit schwacher Immunabwehr und meist mit Vorerkrankungen. Außerdem haben zweifach-Geimpfte zunehmend Impfdurchbrüche, wenn sie sich mit der Omikron-Variante anstecken.

Corona: Wir erinnern uns, wie alles begann

Teil 1

20. Januar 2020: Der chinesische Präsident Xi spricht zum ersten Mal öffentlich über die Existenz des Coronavirus. Danach beginnt in China ein superharter Lockdown.
21. Januar 2020: Das RKI meldet, dass die Wahrscheinlichkeit eines Imports von Corona-Fällen nach Deutschland gering sei.
22. Januar 2020: Im iranischen Hamadan stirbt ein Mensch an Covid 19.
24. Januar 2020: Der damalige amerikanische Präsident sagt:”China arbeitet hart, um das Coronavirus einzugrenzen. Es wird alles sehr gut ausgehen.”

Die Zeit hat übrigens ein Dossier verfasst, wie die Pandemie in China, Deutschland, Iran und den USA begann (Lesezeit 30 Minuten)

Teil 2

Bis Ende Januar 2020: Versucht das iranische Regime alles, um den Ausbruch der Epidemie zu verheimlichen. Anfang Februar soll nämlich eine Wahl stattfinden; und die ist wichtig für das Regime.
29. Januar 2020: Erster Corona-Fall in Deutschland. Das RKI teilt mit, dass sich die Infektionskette nach Wuhan verfolgen lasse. Die Gefahr für die deutsche Bevölkerung sei aber weiterhin gering.
Am 29. Januar 2020 sagt der damalige amerikanische Präsident: “Wir haben die besten Experten der Welt, die haben es rund um die Uhr im Griff.“

Teil 3

Am 11. Februar 2020 wird ein iranischer Grundschullehrer in der heiligen Stadt Ghom in ein überfülltes Krankenhaus gebracht. Ein paar Tage später stirbt er, sein Name Hussein Molaji. Die Ärzte stehen den Symptomen hilflos gegenüber. In diesen Tagen hebt man in Ghom Massengräber aus. Um den 20. Februar, gibt das Gesundheitsministerium zu, dass das Land die ersten beiden Coronatoten habe. Am 21. Februar findet die Parlamentswahl statt, mit historisch tiefer Wahlbeteiligung von 43 Prozent, die Reformer erleiden eine Niederlage.

Am 18. Februar meldet der Wochenbericht des RKI, es gebe noch keine Anhaltspunkte für eine „anhaltende Viruszirkulation in Deutschland“. Drei Tage vorher haben in Heinsberg 300 Menschen kräftig Karneval gefeiert. Es wird der erste Corona-Hotspot Deutschlands. Am 26. Februar wendet sich Gesundheitsminister Spahn an die Deutschen: „Natürlich haben wir eine Pandemie.“ Am gleichen Tag sendet der NDR eine 30-minütige Corona-Informationssendung mit einem gewissen Christian Drosten, Charité-Virologe; diese Sendung erfolgt ab jetzt täglich.

Am 24. Februar meldet der damalige US-Präsident Trump: “Das Corona-Virus ist unter Kontrolle. Die Börse sieht gut aus.“

Trump am 27. Februar: “Eines Tages, es ist wie ein Wunder, wird es verschwinden.“

Weiterführende Informationen

Exponential Simulation: Die Simulationen auf der Seite der Washington Post haben uns beeindruckt und gezeigt, was die exponentiale Ausbreitung eines Virus bedeutet.

Tagesaktuelle Informationen des Bundesgesundheitsministeriums: Die Seiten des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus werden permanent aktualisiert.

Was tun, wenn ich den Verdacht habe, infiziert zu sein?

Wichtig: Beim Verdacht einer Infektion sollten sich die Betroffenen nicht ins Wartezimmer eines Arztes setzen! Denn dort ist die Gefahr groß, andere Menschen anzustecken.

Nehmen Sie telefonisch Kontakt zum Hausarzt auf (oder zur bundesweiten Hotline 116 117), wenn Sie Fieber, Husten oder Atemnot haben.

Eine zentrale Notrufnummer gibt es nicht, zuständig sind die örtlichen Gesundheitsämter. Bei Verdacht auf Sars-CoV-2 kann der Hausarzt eine Laboruntersuchung veranlassen.

Wer Kontakt zu Infizierten hatte, sollte sich unabhängig vom Auftreten von Symptomen bei seinem Gesundheitsamt melden.

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