Eigentlich… Veranstaltungsmanagement nach den Corona-Lockerungen

Eindeutige Wegekennzeichnung bei Veranstaltungen ist lebenswichtig zu Corona-Zeiten.

… Eigentlich sollten Anfang Juli die Schützen durch Hannover marschieren und zehn Tage ihr Schützenfest feiern. Eigentlich sollte Mitte Mai zum 35. Mal in Hannover das kleine Fest im großen Garten stattfinden. Eigentlich wollte die Reihe „Klassik in der Altstadt“ ihr 20-jähriges Jubiläum feiern.

Tja, und eigentlich sollte Eins A Kommunikation in diesem Jahr fünf Veranstaltungen der Reihe „Forschung made in Niedersachsen“ für das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) organisieren. Und eigentlich sollten wir einen „Runden Tisch“ als Bürgerbeteiligung für ein Infrastrukturprojekt organisieren und die jährliche Bilanz-Pressekonferenz eines Finanzhauses, die diesmal nicht im schicken Börsenclub stattfinden kann.

Wir hätten den Kopf in den Sand stecken und jammern können. – Haben wir auch, aber nur kurz. Aus dem „Runden Tisch“ ist eine Online-Nachbarschaftssprechstunde geworden, die demnächst Premiere hat. Die Pressekonferenz ist vorerst tatsächlich ausgefallen. Von den Veranstaltungen für das MWK haben wir drei voraborganisiert, unter Coronabedingungen: Mit weniger Publikum, aber mit Online-Übertragung ins Internet. Wegen der steigenden Infektionszahlen im Spätsommer hat sich das MWK aber dazu entschieden, die Veranstaltungen für dieses Jahr dann doch ausfallen zu lassen.

Es gibt zwar seit Anfang Juli neue Veranstaltungsregeln in Niedersachsen. Da wird zwar die erlaubte Teilnehmerzahl für Veranstaltungen von 250 auf 500 angehoben. Die meisten anderen Auflagen bleiben allerdings bestehen. Demnach müssen die Zuschauer mindestens eineinhalb Meter Abstand zu anderen Gästen einhalten, wenn sie nicht zu einer Gruppe von maximal zehn Personen gehören. Außerdem müssen sie in geschlossenen Räumen einen Mund-Nase-Schutz tragen und Sitzplätze einnehmen. Neu ist, dass sie den Mundschutz am Sitzplatz dann aber ablegen dürfen.

Dazu zwei Beispiele. Wir planten eine Veranstaltung in der Delmenhorster Markthalle, dort können normalerweise 250 Personen Platz finden, unter Corona-Bedingungen sind es noch 50. Im Audimax der Hochschule in Suderburg bleiben von 200 Plätzen noch knapp 40. In Suderburg wollten wir dies abfangen, indem wir die Veranstaltung ins Foyer übertragen, wo dann nochmal etwa 50 Personen zuschauen könnten, allerdings im Stehen. Ergänzend dazu wollten wir, wie in Delmenhorst, die Veranstaltung ins Internet übertragen und auch hinterher als Aufzeichnung zur Verfügung stellen. Effektiv hätten wir damit noch mehr Zuschauer als mit einer reinen Präsenzveranstaltung erreicht. Unsere Erfahrungen waren nicht umsonst, wir werden sie sicherlich nächstes Jahr anwenden können.

Sieben Regeln für Corona-Veranstaltungen

Unsere Veranstaltungsmanagerin Michelle Drescher hat grundsätzlich für alle Veranstaltungen unter Corona sieben Grundregeln aufgestellt:

  • Schilder aufstellen mit den Regeln: Eigenverantwortung, Masken tragen, Abstand halten, möglichst mit Piktogrammen
  • Corona Bags: Stift, Desinfektionsmittel, Fragenkarten entfallen
  • Masken mit Veranstaltungslogo bereitstellen
  • Laufrichtungen festlegen
  • Hohe Räume nutzen. Fenster und Türen möglichst weit auf, gut lüften.
  • Mikrophone desinfizieren
  • Zentrale Ausgabe von Essen und Getränken

Übrigens: Auch in Hannover hat man sich gute Alternativen überlegt. Statt „Klassik in der Altstadt“ gab es „Klassik im Garten“, mit Gratiskonzerten in Parks von Senioren- und Pflegeheimen. Statt des kleinen Festes gab es „Kleines Best“, Vorstellungen im Gartentheater, alle 42 Vorstellungen waren binnen sieben Stunden ausverkauft. Und statt Schützenfest gab es auf dem Schützenplatz „Autokultur“, Konzerte und Kino für Leute, die in ihrem Auto sitzen. Allerdings stellten die Veranstalter Autokultur nach einigen Wochen wieder ein. Es rechnete sich finanziell einfach nicht. Das werden wir wohl noch von weiteren Veranstaltungen zu hören bekommen.

Eine Frage des Vertrauens

Man kann noch mehr von den Kulturveranstaltungen lernen. Sogar die Elbphilharmonie in Hamburg musste feststellen, dass trotz der reduzierten Anzahl von Plätzen die Tickets nicht ausverkauft wurden. Die Elphi musste erstmals für sich werben. Mit Erfolg. Nach den ersten Konzerten im September stieg das Vertrauen, dass ein Konzertbesuch kein Risiko darstellt. Das hat man auch bei der Oper in Hannover gemerkt. Der Kartenverkauf zog erst an, als die Oper ihr Hygienekonzept erklärt hatte. Und das Schauspielhaus Hannover warb erfolgreich mit seiner neuen Lüftungsanlage.

Das Motto für Veranstaltungen unter Corona könnte lauten:

„Auf Sicht planen, machen, was und wo es möglich ist, dezentrale und maßgeschneiderte Lösungen finden, öfter an einem (virtuellen) Tisch sitzen. Wir sind da für Sie.“

Unser Team ist unter +49 511 35 73 00-30 und kontakt@eins-a-kommunikation.de für Sie da.

Thorsten Windus-Dörr