Die Osterzeit geht bis Pfingsten! Alles was Sie schon immer darüber wissen wollten… und sich nie getraut haben zu fragen

Wir befinden uns noch bis Pfingsten in der Osterzeit! Wer sich schon ein wenig auf die Feiertage einstimmen möchte, unser diesjähriges Oster-Special befasst sich mit den Hintergründen des Osterfestes, Traditionen und Bräuchen in anderen Ländern und dem Ei an sich.

Hat Ostern nur einen religiösen beziehungsweise christlichen Ursprung? Oder wurde das Fest zum Frühlingsbeginn schon vor vielen Jahrtausenden gefeiert? Und wie feiern andere Länder Ostern? Sicherlich nicht alle mit Hoppelhase, Eiersuche und Osterlamm. Wir haben uns die teils lustigen, teils sogar schaurigen Traditionen rund um die Welt angeschaut und die spannendsten Bräuche zusammengetragen. Außerdem werden die Fragen behandelt, wie man ein gutes Ei erkennt und wann eine Henne braune oder weiße Eier legt. Lehnen Sie sich zurück und tauchen Sie ein in spannende Erzählungen über das Fest, das wir am kommenden Wochenende feiern.

Warum wird Ostern gefeiert?

An Ostern wird jährlich die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Ostern beginnt in der Karwoche, auch stille Woche genannt, in der traditionell in Erinnerung an die Kreuzigung gefastet wird. Am Gründonnerstag beginnen die Tage der Trauer im Nachvollzug der Passion Christi, am ersten der drei Tage (Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersamstag) wird dem letzten Abendmahl von Jesus und seinen zwölf Jüngern gedacht, Karfreitag gedenken die Christen der Kreuzigung und Ostersamstag Jesus Abgang in die Unterwelt. Ostersonntag wird seine Auferstehung gefeiert. Die Osterzeit endet an Pfingsten, wo die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert wird.

Wie wurde Ostern früher gefeiert?

Wie viele christliche Traditionen hat auch Ostern seine Wurzeln im Judentum. Jesus selbst wuchs in der Tradition auf, das jüdische Pessach zu feiern. Dabei wurde an die Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei erinnert. Die ersten Christen feierten 31 nach Christus das neutestamentliche „Passafest“, um Jesus Tod zu gedenken. Ein Jahrhundert später änderte eine neue Kirche den Feiergrund zur „Feier der Auferstehung“.

Heidnische Wurzeln

Viele denken, Ostern hat rein religiöse Wurzeln. Jedoch wurde schon vor der Geburt Christi das Osterfest von heidnischen Völkern gefeiert. In Europa wurde im Jahre 8 vor Christus am ersten Samstag nach dem 21. März, dem „Sunnabend“, zu „Sunna“, der Göttin der Dämmerung gebetet, den Winter zu beenden und den Frühling zurückzubringen. Dabei wurde um ein Feuer getanzt, um die Geister des Winters zu vertreiben. Schon damals wurden gefärbte Eier als Versinnbildlichung des keimenden Lebens geopfert und versteckt.

Einige Jahrhunderte später war das Frühlingsfest „Sunna“ unter dem allgemeineren Namen „Eostre“ geläufig, Sunna war nämlich nur unter germanischen Stämmen bekannt. Als die Perser aus den östlichen Regionen nach Europa wanderten, wurde klar, dass sich die westlichen und östlichen Frühlingsfeste deutlich ähnelten, mit dem einzigen Unterschied, dass die Perser die Göttin „Ishtar“ anbeteten. Aus Eostre und Ishtar entwickelte sich die heutige Bezeichnung „Ostern“.

Ostern in anderen Ländern

Nicht in jedem Land wird Ostern mit Eiersuche, Schokohasen und Osterlamm gefeiert. Es gibt tatsächlich rund um den Globus die absurdesten Traditionen und Bräuche, dass wir sie nach Kategorien aufteilen: Wo wird Ostern am lustigsten und wo am schaurigsten gefeiert?

Die lustigsten Osterbräuche

1. Eierrollen

In Schottland werden zu Ostern Eier gerollt. Überall wo sich eine abschüssige Straße befindet, werden hartgekochte Eier im Wettbewerb gegeneinander talabwärts gerollt, bis die Schale zersplittert ist. Sieger ist derjenige, der sein Ei am weitesten rollt, ohne dass es kaputt geht. Trotz der lustigen Vorstellung hat der Brauch eine tiefere Bedeutung: Die rollenden Eier versinnbildlichen das Wegrollen der Steine vom Grab Jesus.

2. Pfannkuchenrennen

In England, genauer im kleinen Onley, findet zu Ostern ein Pfannkuchenrennen statt. Im Wettbewerb laufen Frauen mit einer Pfanne und darin liegendem Pfannkuchen eine Strecke entlang, die Schnellste gewinnt. Auch dieser Brauch basiert auf einer kirchlichen Erzählung. Angeblich ist eine Hausfrau im Jahre 1445 während des Pfannkuchenbackens in Stress geraten und mit der Pfanne in der Hand zur Kirche gelaufen, um rechtzeitig zum Ostergottesdienst zu gelangen.

3. Riesen-Omelette

In Bessieres in Südfrankreich wird traditionell am Ostersonntag aus 5.000 Eiern ein riesiges Omelette zubereitet und anschließend von den Zuschauern verspeist. Der Osterbrauch stammt aus der Zeit Napoleons, der in Bessieres wohl ein Omelette gegessen hat, das ihm so gut schmeckte, dass er befahl, ein riesiges Omelette für das gesamte Heer zuzubereiten. Heute bekommt jeder Besucher ein Stück des Omelettes. – als Zeichen der Freundschaft und des kulturellen Austausches.

Die schaurigsten Osterbräuche

1. Judaspuppe und Skeletttanz

In Spanien wird Ostern weniger spaßig, sondern eher ernst gefeiert. In Madrid, Andalusien und im Baskenland wird am Ostersonntag eine Strohpuppe verbrannt, die Jesus Verräter Judas darstellen soll. In Verges findet am Gründonnerstag dann noch ein Totentanz statt, aufgeführt von Männern in Skelettkostümen.

2. Selbstkreuzigung

Jetzt wird es gruselig! Auf den Philippinen nehmen die Einwohner das Osterfest mehr als ernst. An Ostern wird dort live die Kreuzigung nachgestellt. Zuerst tragen Männer ihre originalgetreuen Holzkreuze auf einen Hügel, wobei sie schon von Zuschauern gegeißelt und gepeitscht werden. Oben angekommen lassen sich die Mutigsten mit Nägeln für mehrere Minuten ans Kreuz nageln. Die Menschen dort fühlen sich so befreit durch dieses Ritual, dass manch einer sich schon über zwanzig Jahre in Folge hat kreuzigen lassen.

Rund ums Ei

Dieses Jahr widmen wir uns ein wenig dem kugeligen (Oster-)Ei. Wie erkennt man ein gutes Ei? Gibt es Tipps zur richtigen Eierverarbeitung? Wann legt ein Huhn braune, wann weiße Eier? Diesen spannenden Fragen wird im Folgenden auf den Grund gegangen.

1. Das Risiko Ei?

Jeder Deutsche isst jährlich mehr als 200 Eier, trotz einiger Skandale um Dioxin und Salmonellen, die den Eiern ein negatives Image gaben. Mittlerweile haben aber immer höhere Standards und häufigere Kontrollen das Risiko von Salmonellen in Eiern auf unter einen Prozent gesenkt. Dennoch ist Vorsicht geboten: Eier abzukochen tötet bei 70 Grad alle Krankheitserreger. Aber Salmonellen sind hauptsächlich in der Eierschale und sollten deshalb von Lebensmitteln, die roh verspeist werden, außer Kontakt bleiben. Wird das Ei roh verwendet, zum Beispiel in Mayonnaise, sollte es frisch sein. Und so wird die Frische eines Eies festgestellt:

2. Eier-Frischetests für Zuhause

Wann genau ein Ei gelegt wurde, erfährt man, wenn man vom Mindesthaltbarkeitsdatum 28 Tage abzieht. So weit so gut. Doch wer ganz sicher gehen will, dass sein Ei frisch ist, kann den Wasserglas-Test zuhause durchführen. Man lässt ein Ei in ein Wasserglas fallen: Sinkt es hinab auf den Boden, ist es frisch und haltbar. Steigt das Ei allerdings nach oben, ist es nicht mehr frisch. Erreicht es die Wasseroberfläche und schaut ein Stück aus dem Wasser hinaus, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten. Der Grund dafür ist, dass das Ei mit der Zeit Wasser und Kohlendioxid verliert und die Luftblase am stumpfen Ende des Eis größer wird. Dadurch lassen sich ältere, gekochte Eier auch leichter pellen.

3. Mysterium weiß oder braun

Eine braune Henne legt braune Eier? Das stimmt so nicht ganz. Katharina Standke vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft erklärt, die Farbe des Eies hängt von den Ohrscheiben der Hühner ab. Sind die Ohrscheiben weiß, legt die Henne vermutlich weiße Eier. Sind sie jedoch rötlich oder rosa, kommen meist braune Eier heraus.

Hella de Haas