Darf man Kunden widersprechen?

Oder sollte man Kunden gar widersprechen? Ist das ein Pflasterstein für den Weg zu innovativen und kreativen Kommunikationslösungen? Ausgelöst hat diese Diskussion Tanja Föhr mit ihrer Visualisierung der “Die ersten fünf Regeln für mehr Innovation”. Dort steht als dritter Schritt: Du sollst deinem Vorgesetzten widersprechen. Wenn der Widerspruch im Unternehmen Innovationstreiber ist, müsste das doch auch für die Zusammenarbeit von einer Kreativ-Agentur und ihrem Kunden gelten? Gehört zu einer guten Agentur, dass die Berater den Kunden wiedersprechen? Führt es zu besseren Lösungen?

Wir freuen uns auf eine Diskussion – Widerspruch ist ausdrücklich erlaubt!

Damit wir die Diskussion nicht zu sehr bestimmen, werden wir unsere Meinung erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen.

Jens Voshage

Plakat Tanja Föhr “Die ersten fünf Regeln für mehr Innovation”

  1. Ich gebe Ralf Weinmann Recht. Ich als Kunde erwarte das von einer Agentur. Das ist ein Grund, warum ich sie beauftrage: mitdenken, anregen, auf Fehler, Risiken, Potenziale, Lösungsmöglichkeiten aufmerksam machen. Wichtig für die Agentur ist eine kundenspezifische Beratung, und damit meine ich nicht nur die konkrete Aufgabe, sondern auch die spezielle Befindlichkeit des Kunden im Blick zu haben und entsprechend flexibel zu reagieren.
    Als ehemalige Agenturmitarbeiterin kenne ich allerdings auch die andere Seite und die Erfahrung, dass manche Kunden einfach nur die “sture” Umsetzung von Aufträgen erwarten, und ein Mitdenken schnell als anstrengend und zeitraubend empfunden wird.
    Dritter Aspekt, die Frage, welchen Anspruch hat die Agentur? Muss es die fachlich beste Lösung sein oder sollte es die beste Lösung für den Kunden sein. Widersprechen ja, mit dem Kunden im Fokus.

  2. Spannende Frage! Als Kunde von eins a und als langjähriger Marketing & PR Verantwortlicher in Unternehmen ist es mir lieber mich machen Agenturen auf Aspekte aufmerksam, die wir als Auftraggeber vielleicht nicht bedacht haben.
    Es hilft definitiv bei der Entscheidungsfindung, allerdings wenn des “Widersprechen” zu weit geht kann es auch nerven. Ärgerlicher ist die Situation nicht wiedersprochen bekommen zu haben und das Ergebnis wird nachher für beide Seiten unbefriedigend.
    Mein Fazit: “ja, aber” (grundsätzlich ja, aber man sollte mit “kundenspezifischer Dosierung” vorgehen).

  3. Ich bin bei der Suche nache einem Praktikum auf Ihrer Seite auf dieses Posting gestossen. Als Student frage ich mich naiv: Ist das denn nicht selbstverständlich, das Agenturen ihren Kunden nicht nur nach dem Mund reden? Allerdings haben wir bei uns auch einen Dozenten, der spricht von Agenturen immer als der “langen Werkbank”.

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