Social Media ist keine Basis

Sie mögen dieses ganze Gequatsche über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter nicht mehr hören? Sie haben genug von den Beratern, die Ihnen erzählen wollen, wie wichtig es ist, dass sich Ihr Unternehmen Gedanken über Social-Media-Guidelines macht?

Die Website als Mutterschiff in der Online-Kommunikation

Sie finden Broschüren und ein Internet-Auftritt reichen, weil Web 2.0 eh nur Zeitverschwendung ist? Und freuen sich daher, dass endlich mal ein PR-Berater sagt, dass Social Media nicht die Basis für die Unternehmenskommunikation oder das Marketing ist? Dann muss ich Sie enttäuschen. Denn auch ich halte Social Media für Pflicht für eine erfolgreiche PR
und einen guten Marketing-Mix. Nicht erst morgen, sondern schon heute! Doch die Basis für Public Relations ist es aus meiner Sicht nicht.

Sicheres Fundament ist wichtig

Wer Social Media als Basis versteht, baut das Fundament seiner Kommunikation im besten Falle ins Niemandsland. Dies halte ich für gefährlich und kurzsichtig. Nicht nur in der Theorie – die Praxis bestätigt mich. Beispiele sind Firmen wie Merck Deutschland, die plötzlich und ohne eigenen Fehler ihre Unternehmenspräsenz bei Facebook verloren.
Oder die deutschen Städte, denen Facebook die lange vom Tourismusmarketing beworbenen URL entzog. Aber auch der Niedergang der VZ-Netzwerke zeigt, dass eine strategisch aufgebaute Dialogplattform in einem sozialen Netzwerk schnell entwertet werden kann. Jedes einzelne Mitmachnetzwerk kann übermorgen out sein; die Besitzer der Netzwerke können jederzeit die Spielregeln ändern und Sie ausschließen. Das vernichtet Ihre Investitionen in diesen Kommunikationskanal. Noch schlimmer ist jedoch: Sie werden des Kontakts zu ihren Kunden und Dialoggruppen beraubt – einschließlich der mühsam aufgebauten Historie. Daher muss die Basis der Kommunikation immer ein Medium sein, das fest in Ihrer Hand ist. Online ist das die eigene Website.

Gut ausgestattetes Mutterschiff als Basis

Die eigene Homepage ist sozusagen das Mutterschiff der Online-Kommunikation: Es steht im Zentrum, bietet Rückzugsmöglichkeiten und hat alle wesentlichen Funktionen an Bord. Dazu gehören auch Social-Media-Tools wie ein Unternehmens-Blog oder Multimedia-Angebote wie ein Foto- oder Filmarchiv. Von hier aus starten die flexiblen Beiboote – gezielt ausgewählt je nach Aufgabe: schnelle Jäger wie Twitter, große Transporter wie Facebook, Spezialschiffe wie Xing, Handelsschiffe wie Pinterest oder Frachtschiffe wie Youtube. Der Verlust eines solchen Raumschiffs mag zwar schmerzen, er gefährdet jedoch nicht die Basis. Auch können die Spezialschiffe, wenn sie nicht mehr modern sind, jederzeit einzeln ausgetauscht werden.
Nötig sind diese neuen Kommunikationskanäle. Denn ein zukunftsfähiges Unternehmen muss dort kommunizieren, wo die Kunden und die Anspruchsgruppen sind. Im stillen Kämmerlein können Sie sich die besten Argumente erzählen oder die schönsten Produkte zeigen – für den Erfolg benötigen Sie den Zugang zu Ihren Gesprächspartnern. Und wenn diese sich derzeit bei einem sozialen Netzwerk mit blauem Logo aufhalten, dann müssen auch Sie Ihr Unternehmen für den Weg dorthin fit machen. Sehr schön hat das Christian Mueller Anfang des Jahres in seinem Blogpost „Unternehmenskommunikation: Social Media wird zur Pflicht“  zusammen gefasst. Und für alle Entscheider, die selbst ein Gefühl für „dieses Social Media“ bekommen wollen, bieten wir unsere Social-Media-Coachings für Führungskräfte an.
Jens Voshage