Bild eines Herzens

Bewegtbild-PR ist Pflicht!

Ohne Videos und Gifs können Marketing und PR ihre Zielgruppen kaum noch wirksam erreichen. Auf Social-Media-Plattformen, auf denen sich die Menschen tummeln, erzielt Bewegtbild die größte Aufmerksamkeit. Wie lassen sich interessante und nutzeransprechende  Videos für Social-Media-Plattformen kreieren, umsetzen und verbreiten?

Videos haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber Wörtern. Sie sprechen ihre Betrachter intuitiv an. Diesen Vorteil sollten Unternehmen nutzen, um besser ihre Zielgruppen anzusprechen. Dabei ist es entscheidend, dass sich das Video der Umgebung anpasst – also, dass das Video auf die gewählte Social-Media-Plattform zugeschnitten ist.

Kleiner Überblick über die verschiedenen Social-Media-Plattformen:

•    Twitter ist der Nachrichtendienst des Internets. Schnell, lebendig, aktuell – das sind Attribute die auf ihn zu treffen. Da Tweets auch ohne Anmeldung sichtbar sind und Twitter bei Suchmaschinen gut rankt, ermöglicht Twitter hohe Reichweiten. Am besten sind Videos die 30 Sekunden lang sind und mehrmals, mit verändertem Bild und Text, getwittert werden. Sie können über die Twitter-App, den Desktop sowie über das Media Studio hochgeladen werden.
•    Facebook funktioniert über Emotionalität. Denn Videos werden über diese Plattform selten direkt gesucht. Optimal ist eine Länge von sechs bis 60 Sekunden.
•    YouTube ähnelt einer Fachzeitschrift. Die Inhalte sollten im besten Fall 1:30 Minute betragen. Bei special-interests-Themen und How-to‘s funktionieren aber auch lange Clips.
•    Instagram kann mit einem Hochglanz-Magazin verglichen werden. Videos sollten zwischen sechs und 15 Sekunden lang sein. Wichtig ist es, Hashtags zu verwenden. Je nach Nutzer können die Instastorys hohe Sichtbarkeit bekommen.
•    Snapchat ist derzeit Pflicht, wenn junge Menschen erreicht werden sollen. Die Inhalte müssen jedoch sehr gut zu dem Kanal passen.

Zum erfolgreichen Video

Viele Videos werden auf mobilen Endgeräten geschaut. Da die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer begrenzt ist, sollten sie kurz sein. Besonders bei On-Demand-Videos gilt diese Regel. Live-Videos können auch bis zu zehn Minuten lang sein.
Die Zielgruppe muss vor dem Dreh präzise abgegrenzt sein, damit für diese Gruppe die perfekte Plattform ausgewählt werden kann. Jedoch kann es sinnvoll sein, dass Video auch auf mehreren Kanälen zu veröffentlichen. Um die Zielgruppe optimal ansprechen zu können, ist es wichtig als Herausgeber die aktuellen Internettrends zu kennen. Auch aktive Werbung kann die Verbreitung des Videos unterstützen. Denn sie verhindert, dass es in der Masse untergeht. Um das Video gut finden zu können, ist eine Suchmaschinenoptimierung nötig.
Der Erfolg des Videos lässt sich durch die Analyse von Kennzahlen überprüfen. Dazu zählen die Zahl der Aufrufe, die Wiedergabezeit, die durchschnittliche Wiedergabedauer, die angesehenen Minuten, die Demografie und die Interaktionen.

Mit einer Heldenreise das Ziel erreichen

Die ersten drei Sekunden des Videos sind entscheidend. Hier muss die Aufmerksamkeit der Zuschauer gewonnen werden, sonst klicken sie weiter. Dafür braucht man ein interessantes Vorschaubild, ein spezifisches Ziel, ein bestimmtes Format und eine Heldenreise. Sollen die Follower-Zahlen erhöht werden? Geht es um Personal Branding? Oder sollen Nutzer auf die Website gelenkt werden? Das Format definiert, ob Personen, Produkte oder Ereignisse im Mittelpunkt stehen. Die Heldenreise soll das Ziel unterstützen. Social-Media-Videos funktionieren wie die klassischen Geschichten. Es gibt einen Held, der eine Herausforderung meistern muss und sich am Ende verändert. Es geht also um Storytelling, Dramaturgie, Erzählen – damit werden die Zuschauer an das Video gebunden – und nicht durch einen nachrichtlichen oder werblichen Ton. Damit sich der Zuschauer einbezogen fühlt, sollte es eine Handlungsaufforderung im Beitragstext geben. Häufig werden Social-Media-Videos ohne Ton angeschaut. Deswegen sind ein Titel, Tags sowie Untertitel oder Text im Bild wichtig. Trotzdem sollte nicht auf den Ton verzichtet werden.

Technische Tipps

Das Format schlechthin auf Social-Media-Plattformen ist 1:1. Denn der Bildschirm wird optimal ausgefüllt. Die Aufnahme sollte nicht zwischen Quer- und Hochformat wechseln und das Video sollte in einer hohen Qualität hochgeladen werden. Dabei ist auf die Maximalgröße bei den Plattformen zu achten. Wenn die Aufnahme mit Hilfe eines Smartphones entsteht, muss beachtet werden, dass der Ton durch ein externes Mikrofon aufgenommen wird. Denn es gilt: Guter Ton ist wichtiger als gutes Bild. Generell sollte auf ein Stativ zurückgegriffen werden, damit das Bild nicht verwackelt und der Betrachter davon abgelenkt wird. Zudem müssen bei der Erstellung des Videos die Urheber- und Persönlichkeitsrechte eingehalten und beim Veröffentlichen die Impressumspflicht berücksichtigt werden.

Jasmin Söllner